Antisemitismus in Friedenau: Nicht beängstigend, aber auch kein Grund sich zurückzulehnen!

Veröffentlicht am 09.04.2015 in Gegen Rechtsextremismus

Nach vermehrt auftretenden antisemitischen Übergriffen und der Schändung von Stolpersteinen 2013, beauftragte die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler auf Intiative des Bezirksverordneten Orkan Özdemir die Mobilen Beratungsteams Ostkreuz (Träger SPI) einen Bericht zu Antisemitismus in Friedenau zu erstellen. Auch wenn der Bericht im Februar 2015 noch nicht veröffentlicht wurde, konnten wir uns schon vorab ein Bild davon machen wie es um Friedenau steht. Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin) und Karl Chung (Mobiles Beratungsteam Ostkreuz) stellten sich einer angeregten Diskussion.

In unserem Ortsteil Friedenau haben sich in den vergangenen Jahren antisemitische Vorkommnisse gehäuft. So wurden z.B. im März 2013 vier Stolpersteine innerhalb von sechs Stunden nach deren Einlassen in den Boden und 40 weitere bereits vorhandene Stolpersteine durch Farbschmierereien geschändet. Mitte Mai 2013 wurden auf die Wohnungstür einer Bürgerin, die sich für das Gedenken engagiert, antisemitische Parolen geschmiert. Die lange Reihe von Anschlägen, Beschädigungen und Drohungen, die sich gegen das Gedenken an die Opfer des Nazi-Terrors richten, fand auch in 2014 ihre Fortsetzung. In der Nacht zum 12. März wurden alle Einladungen zur Stolpersteinverlegung in der Fregestraße abgerissen und samt Drohbrief in den Briefkasten einer bei der Stolpersteininitiative engagierten Bürgerin geworfen. Im September wurde das Glas des Infokastens der Friedenauer Stolpersteininitiative mit zwei Ziegelsteinen eingeschlagen, alle Dokumente und Fotos wurden gestohlen.

Als wichtiger Bestandteil der Gedenk- und Erinnerungskultur in Tempelhof-Schöneberg hat das Stolpersteinprojekt eine hohe Bedeutung. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler sieht wie ich in den begangenen Taten daher eine ernste Herausforderung für unsere demokratische Kultur, der wir aktiv begegnen müssen. Deshalb war es auch gut verdenken, dass Schöttler den interessierten Anwesenden der Initiative Stolpersteine in der Stierstraße als erstes berichtete, welche Möglichkeiten gesucht wurden die Stelle, die die Verwaltung bei der Verlegung und Koordinierung von neuen Stolpersteinen unterstützt neu zu besetzen, nachdem das aktuelle Förderprogramm ausläuft.

Karl Chung führte aus, welche antisemitischen Aktivitäten es in Friedenau gibt. Dabei lässt sich zwar eine Kumulation feststellen, nicht aber eine strategisches Vorgehen einer politisch motivierten Gruppe. Vielmehr wird ein einzelner Täter vermutet, was ein politisches Vorgehen nicht erleichtert, sondern verkompliziert. Die bisherigen antisemitischen Taten seien noch nicht beängstigend viele, aber auch kein Grund sich zurückzulehnen. Wichtig seien seiner Meinung nach die Putz- und Solidaritätsaktionen, die von Politik, Schule, Kita und Menschen aus der Umgebung unterstützt wurden. Diese sollten weiterhin durchgeführt werden, um zu zeigen, dass rechtes und antisemitisches Gedankengut keinen Platz findet sich in Friedenau zu manifestieren.

 
 

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